Der Kulturstandort

Unkonkrete Utopien

Die AG Alte Münze der Koalition der Freien Szene beteiligt sich mit der Workshopreihe „Unkonkrete Utopien“ an der Entwicklung der „Alten Münze“. Ziel ist es, in nachhaltiges Narrativ für diesen neuen Kulturstandort zu entwickeln. So wurde im Dezember 2018 ein Workshop durchgeführt, mit relevanten Akteuren die in Berlin inhaltlich, strukturell oder organisatorisch  mit der kollaborativen, gemeinwohl-orientierten Kulturarbeit befasst sind.  An einem zweiten Workshop beteiligten sich Kunstschaffende der Freie Szene, aus den unterschiedlichen Sparten.  Die Ergebnisse der beiden Workshops sind hier in einem Zwischenschritt dargestellt.

Auf der Grundlage dieser Ergebnissen wird nun in einem weiteren Schritt ein nachhaltiges Narrativ für den zukünftigen Kulturstandort „Alte Münze“ entwickelt.

 

Zusammenfassung

Zentrale Begriffe für die geplante Entwicklung des neuen Kulturstandortes waren „offener Raum“ und „Freiheit“. Diese Offenheit und Freiheit des Ortes spiegeln sich im Wunsch nach einer Zugänglichkeit rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr für die Nutzer*innen-/Akteur*innengruppen. Hierzu gehören Kunst- und Kulturschaffende, Universitäten und Schulen sowie Akteur*innen der Stadtgesellschaft und Tourist*innen.

Die Entwicklung des neuen Kulturortes soll aktuelle stadtpolitische Diskussionen (z. B. die neue Liegenschaftspolitik) ebenso berücksichtigen wie internationale Kontexte und die Geschichte des Ortes (ehemalige Münzprägeanstalt). Ziel ist die Entwicklung eines Ortes mit internationaler Ausstrahlungskraft, der selbstbewusst nach außen tritt.

Den Rahmen für alle Entscheidungen bildet das „Governance-Modell“, das im Kern ein verantwortungsvolles Handeln gegenüber der Gesellschaft und allen Stakeholdern vorsieht. Hierfür soll ein „Berliner Modell“ entwickelt werden, das international Schule macht.

Als Leitungsstruktur wurden ein alle drei Jahre wechselnder „Beirat“ sowie eine Agora (Forum) vorgeschlagen. Hierfür soll ein zentraler „Denkraum“ („Denkfabrik“) auf dem Areal eingerichtet werden. Die Leitungsebene soll Entscheidungen auf der Grundlage künstlerischer und kulturpolitischer Erwägungen treffen, nicht aber aufgrund wirtschaftlicher. Als Leitgedanke für die Steuerung wurde die Gemeinwohlorientierung genannt, die sich auch in der gewünschten Eigentümerschaft bzw. Rechtsform (Stiftung/Genossenschaft) ausdrücken soll. Hierdurch könnten weitreichende zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten erschlossen werden.

Die Sanierung bzw. Umgestaltung soll gemäß einem zu entwickelnden Bau- und Nutzungskonzept und einem darauf aufbauenden Architekturwettbewerb erfolgen. Als Leitprinzip für die baulichen Maßnahmen wurde die Durchdringung von innen und außen genannt. Der neue Kulturstandort soll zudem deutlich durch Interventionen an der Fassade erkennbar sein. Auch die angrenzenden Flächen (z. B. Uferbereiche, Vorplatz am Molkenmarkt) sollen einbezogen werden, damit sich der neue Kulturstandort zur Stadt hin öffnet.